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Seife

Seife

 

Bild blumige Naturseifen

 

 

Was ist Seife?

 

 

Bei den meisten von uns liegt Sie am Waschbecken oder in der Dusche. Wir nutzen Sie täglich. Heute erfahren Sie alles was es über das Thema Seife zu wissen gibt. Angefangen bei der Geschichte bis hin zu den verschiedenen Seifenarten. 

 

 

Geschichte der Seife

 

 

Die Geschichte der Seife reicht weit zurück. Das erste Seifenrezept ist 4500 Jahre alt und stammt von den Sumeren, einem Volk das im heutigen Irak lebte. 

Das Gemisch bestand aus pflanzlicher Asche und Ölen. Einige Quellen behaupten, dass die Sumeren das Gemisch nicht als Seife betrachteten, sondern als Heilmittel für äußere Verletzungen. Das Gemisch hatte keine heilenden Eigenschaften wie es beispielsweise spezielle Kräutermischungen haben, die Säuberung der Wunden besserte die Beschwerden. 600 vor Christus reicherten die Ägypter das Gemisch mit Soda, einem Mineral an. Dieses Gemisch verwendeten die Ägypter zur Körperhygiene sowie dem Waschen von Textilien. 
Die Germanen und Gallier nutzen Seifen Gemische als Pomade, um ihre Haare weniger zu waschen, als zu frisieren. Die Römer, die für ihre Badekultur bekannt waren, entdeckten ebenfalls die angenehmen Vorteile von Seife und etablierten diese in Ihren Badehäusern

 

 

Bild Geschichte der Seife

 

 

Arabische Stämme entwickelten die Rezeptur der Seife durch die Zugabe von gebrannten Kalk weiter, wodurch harte Seife entstand. Durch gezieltes Erhitzen bis zum verdunsten der Flüssigkeit entstanden feste Seifenstücke

Das Mittelalter war nicht immer das „schmutziges Zeitalter“ wie vermutet. Ganz im Gegenteil, die Seifensiederei entwickelte sich zu einem richtigen Handwerk – es entstanden richtige „Luxusseifen“ die dem reichen Adel vorbehalten blieben. Dem „gemeine“ Volk war das Thema Körperhygiene nicht fern. Dieses traf sich in Badehäusern, welche zu richtigen Treffpunkten wurden.

Arbeiterfamilien verfügten selten über eigene Badezimmer, diese suchten daher vor allem an Samstagen oder vor großen gesellschaftlichen Ereignissen das Badehaus auf. 

 Die Badekultur des Mittelalters fand durch die Ausbrüche der Pest und Cholera Epidemien, welchen 25 Prozent der europäischen Bevölkerung zum Opfer fielen, im 14. Jahrhundert ein jähes Ende. Ärzte schrieben die Übertragung der Krankheit den Badehäusern zu.

 

 

Bild historisches Seifen Set

 

 

Das Hygieneverständnis wandelte sich. Als schick gilt die Trockenwäsche durch Puder, Parfum und trockene Tücher. 

Erst durch König Ludwig XIV rückte Wasser und Seife wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung. Er war es der das bis heute bekannte Seifenreinheitsgebot erließ. Die kostengünstige Vervielfältigung von Soda durch das Solvay-Verfahren, und später das Leblanc-Verfahren brachte Seife unter das „gemeine“ Volk.

 

 

Bild von Seife zu Zeiten Ludwigs XVI

 

 

Wie genau funktioniert Seife?

 


Die Waschwirkung ist auf die wasserabstoßenden (hydrophob) und wasseranziehenden (hydrophilen) Eigenschaften der Seifenmoloküle zurückzuführen. Durch dieses Zusammenspiel binden sich Schmutz und Öle an den Seifenschaum.

 

 

Herstellen von Seife   

 

 

Unterschieden wird zwischen dem Heiß- und dem Kaltverfahren.

 

 

Heißverfahren

 

Durch zusätzliche Hitze beschleunigt sich der Versteifungsprozess. Durch die Zugabe von Salz trennt sich die Kernseife vom entstandenen Glycerin.

 

Kaltverfahren

 

Im Gegensatz zum Heißverfahren findet beim Kaltverfahren kein Versalzen statt. Das entstandene Glycerin bleibt in der Seife. Durch das Kaltverfahren entsteht also eine hochwertigere Seife. Das Kaltverfahren ist mit einer langen Reifephase verbunden. 

 

 

Seifesorten

 

 

Bild von Naturseifen

 

 

Leimseife

 

Im Kaltverfahren angerührte Seife stellt in der Regel eine Leimseife dar. 

 

Kernseifen

 

Kernseifen entstehen meist durch das Heißverfahren. Das entstandene Glycerin löst sich durch das Versalzen von der Seife. Übrig bleibt ein reinigendes, nicht pflegendes Produkt. Die meisten im Handel erhältlichen Körperseifen sind Kernseifen, mit zugesetzen Duft- und Pflegestoffe. Handgefertigte Naturseifen, die Glycerin und pflegende Naturöle einschließen sind Leimseifen

 

Schmierseifen

 

Schmierseifen sind seit dem 18. Jahrhundert bekannt und seither für Reinigungszwecke verwendet. 

 

 

Rückfettende Seife

 

Rückfettende Seifen haben die Eigenschaft das der Haut entzogene Eigenfett zu ersetzen. 

 

 

Rasierseife

 

Die Rasierseife feierte in den letzten Jahren wieder ein Comeback. Vor dem Rasierschaumes in den 1950ern, war die Rasierseife das Produkt für den gepflegten Männerbart. Die Seife befindet sich in einem wiederverwendbaren Tiegel und ist durch einen nassen Rasierpinsel aufzuschäumen. Rasierseife enthält einen großen Anteil an Stearinsäure und Kokosöl bzw. Kokosfett, um einen starken Schaum zu erzeugen. 

 

 

Bild von Rasierseife und Rasierhobel

 

 

Nachteile von Seifen 

 

Seifen lösen das schützende Hautfett, wodurch die Haut austrocknet. Hochwertige Ölseifen führen der Haut Pflege zu. 

 

 

Vorteile von Seife 

 

Seifen, besonders jene die auf synthetische Inhaltsstoffe verzichten sind von der Natur gut abbaubar. Plastik belastet unsere Umwelt und besonders unsere Meere, beim Gebrauch von Seifen entsteht kein Plastikmüll, da keine Plastikflaschen übrig bleiben.
Besonders Seifen aus hochwertigen Ölen (siehe Naturseifen) sind gut für Allgergiker geeignet

 

Bild Olivenölseife

 

 

 

Naturseife

 

Naturseifen sind aus hochwertigen pflanzlichen Fetten gefertigt, die meisten sind daher vegan. Vegetarisch werden Naturseifen durch die Zugabe pflegender Milcherzeugnisse wie Ziegen-, Schafs- oder Eselsmilch. Naturseifen zeichnen sich durch Hochwertigkeit und pflegende Eigenschaften aus. Reine Olivenölseife ist besonders für Allergiker geeignet. Naturseifen verzichten auf synthetische Inhaltsstoffe. 

 

 

Haarseife

 

In den letzten Jahren feierte die „Seife für´s Haar“ Come Back. Haarseife hat nichts mit der Haarpflegeroutine vergangener Zeiten zu tun, zu welchen Kernseife für die Wäsche der Haare verwendet wurde. In den 1930ern kam das erste flüssige Haarwaschmittel auf die Märkte. Durch das wachsende Umweltbewusstsein entwickelte sich eine Gegenbewegung. Shampoos erhalten in den meisten Fällen viele synthetische Inhaltsstoffe wie Silikone. Shampoo wird wie Duschgels in Plastikflaschen verkauft. Haarseifen auch als Shampoo Bars bezeichnet, werden in der Regel aus wertvollen Ölen und oder Kräutern gefertigt, die gut für die Pflege des Haares geeignet sind. 

 

 

Bild Haare mit Haarseife waschen

 

 

Sie haben noch Fragen oder sind sich unsicher welche Seife die richtige für Sie ist? Schreiben Sie uns doch einfach eine Mail oder über Facebook. Wir freuen uns! 

 

 

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